Bericht aus der Sitzung des Gemeinderates am 12. Dezember 2018

Erstellt von Gemeinde Wiedergeltingen |

Chef des Amtes für ländliche Entwicklung zu Besuch in Wiedergeltingen

Hohen Besuch aus Krumbach konnte Bürgermeister Norbert Führer im Rahmen der jüngsten Sitzung des Gemeinderates am 12. Dezember 2019 begrüßen. Zu Gast in Wiedergeltingen war der Leitende Baudirektor, Christian Kreye, der seit 1. November neuer Präsident des Amtes für ländliche Entwicklung in Krumbach ist. *) siehe hierzu auch Auszug aus einer Veröffentlichung des Amtes für ländliche Entwicklung im Text unten).

 

Bei seinem Vortrag beleuchtete Christian Kreye das Thema „Innenbelebung der Dörfer“, ein Thema, das auch für die Gemeinde Wiedergeltingen einen hohen Stellenwert besitzt.

 

Auszug aus einer Veröffentlichung des Amtes für ländliche Entwicklung:

 

Dörfer sind das Herz des ländlichen Raums

 

Unsere Dörfer mit ihren lebendigen Ortsmitten sind das Herz und Gesicht des ländlichen Raums. Doch durch den Wunsch nach modernem Wohnraum und rationellen Wirtschaftsbedingungen entwickelten sich viele Dörfer nur noch im Außenbereich.

 

Zudem bedingt der sehr starke demografische Wandel im ländlichen Raum immer häufiger Gebäudeleerstände. Oft werden darüber hinaus auch Versorgungs- und Infrastruktureinrichtungen aufgegeben. Dennoch werden weiterhin neue Bau- und Gewerbegebiete an den Ortsrändern ausgewiesen – mit hohem Verbrauch wertvoller Flächen.

 

Um diese Entwicklungen aufzuhalten, gilt in der Dorferneuerung der Grundsatz Innenentwicklung vor Außenentwicklung! Sowohl aus ökonomischen, ästhetischen, gesellschaftspolitischen als auch aus boden- und landschaftsschützenden Gründen müssen die Revitalisierung leer stehender Gebäude, die bauliche Nutzung von innerörtlichen Brachflächen und der weitgehende Verzicht auf die Ausweisung neuer Wohn- und Gewerbegebiete oberste Priorität haben.

 

Wie kann Abhilfe geschaffen werden

 

Für die Gemeinde Wiedergeltingen ist es wichtig, den Prozess der Innenentwicklung in Kombination mit der Entwicklung neuer Bauflächen in den Ortsrandbereichen voran zu treiben. Im Ortskern gibt es einige Leerstände, für die es gilt, Überlegungen zu treffen, wie diese künftig genutzt werden können. Hierbei ist es wichtig, den Eigentümern Perspektiven an die Hand zu geben, aus den Leerständen sinnvolle Zukunftsprojekte zu gestalten.

 

Die Gemeinde Wiedergeltingen hat bereits im Oktober dieses Jahres bei der Regierung von Schwaben einen Förderantrag im Rahmen des vom Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr neu aufgelegten Förderprogramms „Erhebung der Innenentwicklungspotentiale“ gestellt.

 

Auch das Amt für ländliche Entwicklung unterstützt die Gemeinden in ihren Bestrebungen zur Forcierung der Innenentwicklung mit Fördergeldern.

 

Vitalitätscheck 2.0

 

„Über den sogenannten Vitalitätscheck 2.0 zur Innenentwicklung, der darauf ausgerichtet ist, eine anwendungsorientierte Hilfestellung für die Praxis anzubieten, bietet das Amt für ländliche Entwicklung den Kommunen seine Unterstützung an“, so der Leitenden Baudirektor Christian Kreye in seinem Vortrag vor dem Wiedergeltinger Gemeinderat.

 

Hierbei können Probleme und Aufgaben, die aufgrund der Bevölkerungsentwicklung, der Flächennutzung, bestehender und sich abzeichnender Gebäudeleerstände und Nachverdichtungspotenziale sowie durch funktionale und soziale Veränderungsprozesse zu bewältigen sind, bewusst gemacht werden. Ferner kann ein schneller Überblick über Situation und Realisierungsmöglichkeiten zur Innenentwicklung gegeben werden und Folgerungen für gemeindliche bzw. übergemeindliche Aufgaben deutlich werden.

 

Was bringt der VC für Kommunen?

 

  • schneller; objektiver Überblick über bauliche, funktionale und soziale Situation in der Kommune
  • Zusammenstellung von Datenquellen, die evtl. bisher nicht allen kommunalen Entscheidungsträgern bekannt / bewusst waren
  • Umgang mit Leerständen und Baulücken wird in die Gesamtentwicklung der Kommune eingebettet à Grundlage für differenzierte Entwicklungsstrategie
  • Zielgerichtete Bauleitplanung & Maßnahmen, um die Ortskerne zu beleben und Leerstände zu vermeiden

 

*)  Veröffentlichung des Amtes für ländliche Entwicklung.

 

Seit Anfang November ist der 45jährige Christian Kreye Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung Schwaben in Krumbach. Der Leitende Baudirektor übernahm die Nachfolge von Präsident Johann Huber, der in den Ruhestand ging.

 

Das Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben in Krumbach beschäftigt derzeit rund 150 Mitarbeiter. Es betreut innerhalb Schwabens aktuell rund 250 Projekte von Dorferneuerungen über Flurneuordnungen bis hin zu interkommunalen Projekten. Der in Oberrohr im Landkreis Günzburg lebende Kreye war nach dem Studium an der Universität Hannover sechs Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Bundeswehr-Universität in München tätig. Nach dem Referendariat war der gebürtige Hildesheimer ab 2007 für Projekte der Land- und Dorfentwicklung am Amt für Ländliche Entwicklung in Schwaben zuständig. 2013 wechselte er ans Ministerium in München. Seit 2016 leitete er eine Abteilung „Land- und Dorfentwicklung“ am Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben.

 

Christian Kreye (links) übernimmt die Nachfolge
von Johann Huber (Mitte)
Bild: Amt für ländliche Entwicklung, Krumbach

 

 

 

 

 

Zurück