Bericht aus der Sitzung des Gemeinderates am 24. Juni 2019

Erstellt von Gemeinde Wiedergeltingen |

Wiedergeltingen steigt in die Vorbereitungsphase für die Dorferneuerung ein

 

Einstimmig erging der Beschluss des Gemeinderates zum Einstieg in die Vorbereitungsphase der Dorferneuerung. Zu Beginn der Sitzung referierte Bauoberrat Christoph Graf vom Amt für Ländliche Entwicklung in Krumbach über die Möglichkeiten, die eine Dorferneuerung für die Gemeinde Wiedergeltingen bieten kann. Abgeleitet wurde das Ganze aus dem Beschluss des Gemeinderates vom vergangenen Jahr, die Innenentwicklungspotenziale im Ort eingehender zu untersuchen.  „Nachdem hierzu bereits vor einigen Jahren eine entsprechende Vorarbeit geleistet wurde, sei man über das Stadium des sogenannten Vitalitätschecks bereits hinaus und könne direkt in die Vorbereitungsphase zur Dorferneuerung einsteigen,“ waren sich Bauoberrat Christoph Graf und Bürgermeister Norbert Führer in ihren Sachvorträgen gegenüber dem Gemeinderat einig.

 

In einem Vorgespräch im Mai 2019 zwischen dem Amt für ländliche Entwicklung und der Gemeinde Wiedergeltingen wurden in einem ersten Entwurf bereits einige Projekte definiert, die es gilt, ins Auge zu fassen. Hierzu gehören sowohl Ortsstraßen, wie die sanierungsbedürftige Lange Gasse oder auch Hochbauprojekte, wie z.B. einem mittelfristig geplanten Dorfgemeinschaftshaus in zentraler Lage. Ein weiterer Vorteil der Dorferneuerung ergibt sich durch den Umstand, dass auch die künftigen Ergebnisse des derzeit anlaufenden Seniorenkonzeptes, insbesondere z.B. im Hinblick auf mögliche „Wohnprojekte“ gut mit dem Projekt der Dorferneuerung in Einklang gebracht werden können.

 

Die Vorbereitungsphase für die Dorferneuerung wird ca. zwei Jahre in Anspruch nehmen, so dass im Jahr 2021 mit der Umsetzung der Projektarbeit begonnen werden kann. Bei der Umsetzung der einzelnen Maßnahmen beteiligt sich das Amt für Ländliche Entwicklung mit einem Fördersatz von derzeit mindestens 60% der zuwendungsfähigen Kosten. Sollte der Gemeinderat sich im weiteren Verlauf der Vorbereitungsphase für den Vorrang einer Innenentwicklung entscheiden (Tenor: „Innen“ statt „außen“), ist sogar ein Fördersatz von 80% möglich.

 

Die vorgenannten Maßnahmen stellen nur einen ersten Entwurf dar, der im Zuge der Vorbereitungsphase z.B. noch über Bürgerdialoge ergänzt bzw. erweitert werden soll.

 

Interessant an dem Projekt der Dorferneuerung ist, dass auch private Eigentümer für die Sanierung ihrer Anwesen oder auch Kleinstunternehmen der Grundversorgung für Investitionen zur Sicherung, Schaffung, Verbesserung und Ausdehnung der Grundversorgung der ländlichen Bevölkerung

Fördergelder in Anspruch nehmen können.

 

Wie geht es hier weiter? Noch vor den Sommerferien soll ein erstes Abstimmungsgespräch der Gemeinde Wiedergeltingen mit dem Amt für Ländliche Entwicklung in Krumbach stattfinden, in dem u.a. der weitere zeitliche Korridor der anstehenden Vorbereitungsphase zur Dorferneuerung besprochen werden soll.

 

 

Das ehemalige Aurbacherhaus, das sich im Eigentum der Gemeinde Wiedergeltingen befindet; hier könnte z.B. im Rahmen der nun beginnenden Dorferneuerung mittelfristig ein Dorfgemeinschaftshaus entstehen

Foto: Gemeinde Wiedergeltingen

 

 

Schützenheimneubau wird vom Projekt der Dorferneuerung entkoppelt

 

Einig war sich eine breite Mehrheit des Gemeinderates, den Neubau eines Schützenheimes durch den örtlichen Schützenverein vom Projekt der Dorferneuerung letztendlich abzukoppeln. Dies wäre zwar unter gewissen Voraussetzungen (z.B. falls kein reines Schützenheim, sondern Räumlichkeiten für die Dorfbevölkerung errichtet werden) über eine vorgezogene Einzelmaßnahme nach den heutigen Richtlinien des Dorferneuerungsprozesses möglich und auch förderfähig gewesen. Die Meinungen der Gemeinderäte gingen jedoch mehrheitlich in die Richtung, ein Dorfgemeinschaftshaus zu gegebener Zeit eher an zentraler Stelle zu errichten. Für den Schützenverein hat dies den Vorteil, dass man ohne Einschränkungen durch Vorgaben der Dorferneuerung planen kann und somit ein Schützenheimausbau über den Bayerischen Sportschützenbund (BSSB) förderfähig ist. Der abschließende Beschluss des Gemeinderates erging gegen zwei Stimmen.

 

Im Gespräch für einen möglichen Schützenheimausbau ist das gemeindliche Anwesen im Osterweg. Nach der jüngsten Entscheidung des Wiedergeltinger Gemeinderates soll hier jedoch zunächst durch einen von der Gemeinde beauftragten Fachplaner geprüft werden, ob der Umbau auch mit Hinblick auf die Regularien der Bayerischen Baunutzungsverordnung insbesondere z.B. auch in Bezug auf die Brandschutzauflagen etc. mit einem vertretbaren Kostenvolumen möglich ist. Erst dann kann über eine Bezuschussung des Vorhabens entschieden werden.

 

 

 

Gemeindliches Anwesen im Osterweg
Hier könnte das neue Schützenheim entstehen; zur Abschätzung der Kosten und zur Prüfung der Umsetzbarkeit im Hinblick auf die Regularien der Bayerischen Baunutzungsverordnung hat jedoch der Gemeinderat zunächst die Prüfung der Umsetzbarkeit in Auftrag gegeben

Foto: Gemeinde Wiedergeltingen

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