Gemeinderat erteilt Zuschlag für Straßenausbau

Erstellt von Norbert Führer |

Der Gemeinderat der Gemeinde Wiedergeltingen hat in seiner Sitzung am 7. März 2018 im Rahmen der öffentlichen Ausschreibung nach VOB/A den Zuschlag für den Straßenausbau der Amberger Straße und Kirchenstraße an die Hans Gabriel Bauunternehmen GmbH in Buchloe erteilt, die mit einer Angebotssumme von ca. 1,94 Mio. Euro das wirtschaftlichste Angebot abgegeben hat. Der Beschluss erging einstimmig. 

Die Kosten für die Baumaßnahme liegen um ca. 1/3 über der bisherigen Kostenschätzung, die sich auf 1,3 Mio. Euro beläuft.

Was sind die Gründe für diese Kostenexplosion?

Zum einen hat Ergebnis des Bodengutachtens eine deutliche Chloridbelastung des Untergrundes sowie den Nachweis von teerhaltigem Asphalt ergeben. Der belastete Boden bzw. Asphalt fällt somit in höhere Schadstoffklassifizierungen. Dies hat zur Folge, dass auch dessen Entsorgung deutlich teurer wird.

Darüber hinaus ist festzustellen, dass die Kosten für Baumaßnahmen aufgrund der sehr guten Konjunkturlage (volle Auftragsbücher) flächendeckend überproportional angestiegen sind.

Hätte man die Straßen bereits vor einigen Jahren ausbauen können, was das Ziel der Gemeinde war, so hätte sich aller Voraussicht nach eine günstigere Kostensituation ergeben. Leider ist dieses Vorhaben immer wieder an dem für die Oberflächenentwässerung Wiedergeltingen-West (Anger) erforderlichen Grunderwerb gescheitert. Dieser Grunderwerb konnte erst im vergangenen Jahr getätigt werden.

Welche Konsequenzen hat die Auftragsvergabe für die Haushaltslage unserer Gemeinde und den weiteren Investitionsspielraum?

Die Gemeinde Wiedergeltingen wird aufgrund der deutlichen Kostensteigerung gegenüber den Prognosewerten - nach jetzigem Stand der Dinge - um eine Darlehensaufnahme nicht umhin kommen. Dennoch läge die Gemeinde bei einer angenommenen Neuverschuldung von ca. ½ Mio. Euro in Bezug auf die Pro-Kopf-Verschuldung noch immer unter dem Landkreisdurchschnitt.

Zur Gegenfinanzierung der erheblichen Mehrkosten und Deckelung der Neuverschuldung beschloss der Gemeinderat ebenfalls einstimmig, andere Planungen, die man eigentlich in die Haushaltsplanung für 2018 eingestellt hatte, nicht umzusetzen. Auch die ein oder andere freiwillige Aufgabe der Gemeinde wird zurückstehen müssen.

Was waren die Leitlinien für den Gemeinderat bei der Vergabeentscheidung?

Alle Mitglieder des Gemeinderates waren sich dahingehend einig, dass ein weiteres Verschieben der Ausbauplanung oder gar nur eine Sanierung der beiden Straßen keine tragfähigen Lösungen darstellen. Das eindeutige „Ja“ des Gemeinderates zum Ausbau der Amberger Straße und Kirchenstraße ist auch ein deutliches Zeichen gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern zum lang ersehnten Ausbau beider Straßen.

Wie geht es nun weiter?

Die Gemeindeverwaltung wird zeitnah eine Besprechung mit der ausführenden Baufirma, dem für die Gemeinde tätigen Erschließungsplaner und den Anliegern organisieren. Im Rahmen dieser Besprechung soll dann u.a. der Bauzeitenplan vorgestellt werden. Darüber werden die Bürgerinnen und Bürger über die Internetseite der Gemeinde regelmäßig über den Fortschritt der Arbeiten informiert.

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